Myanmar - Teil 2: Archäologische Königsstadt Bagan

Auf zu neuen Abenteuern.

Ich liebe alte Tempel und Ruinen und so freute ich mich schon seit Buchung meines Fluges darauf die unzähligen Tempel von Bagan zu erkunden.

Douglas und ich hatten tags zuvor bereits Zugtickets für den Sleepertrain gekauft. Für 16.700 Kyat (11,50 €), die Luxusklasse. Und was für eine.
Wir teilten unseren eigenen Wagon mit einem sehr netten Pärchen, sie Schweizerin und er Inder. Wir vier hatten sogar unser eigenes Klo. Und unseren eigenen Eingang. Es konnte keiner während der Zugfahrt in unser Abteil rein spazieren. Allerdings entgingen uns so wahrscheinlich jede Menge Leckereien. Wir hatten jeweils eine eigene Sitzecke, die man zum Bett umbauen konnte und ein Hochbett. Sogar Decken wurden gestellt. Also so dünne, kleine Stoffdinger, in der Größe eines Badelakens.

Schnell noch 'ne Motion Sickness Pille eingeworfen und pünktlich um 16 Uhr ruckelte der Zug los.

Douglas Blick nach zu Urteilen dachte er in dem Moment: warum hab ich mich zu dieser Zugfahrt überreden lassen... Ich fands toll und ich denke Douglas fand es letzendlich auch ganz gut. Zugfahrten in Asien sind absolut ein Erlebnis für sich. Nach einem wunderschönen Sonnenuntergang, einer kurzen Nacht und einem noch schöneren Sonnenaufgang kamen wir 19 Stunden später am Ziel an.
 
Um dann direkt von Taxifahrern in Empfang genommen zu werden, die schon durch das offene Zugfenster ihren Dienst offerieren, während wir noch unsere 7 Sachen zusammen packten.


Beim teuersten Hostel Bagans angekommen (27 USD!) machte sich Douglas nach einer Dusche und Konsultation seines Reiseführers auf dem Weg die Tempel zu erkunden. Ich chillte lieber noch ein wenig im Hostel. So eine 19 Stunden Ruckelfahrt schlaucht ganz schön, auch in der Luxusklasse.


Da sich für diese Nacht allerdings der Superfullmoon angekündigt hatte, wusste ich, dass ich keinesfalls der Müdigkeit nachgeben darf und mir unbedingt an diesem Abend den Sonnenuntergang von einem der Tempel an gucken muss.
Und so machte ich mich ebenfalls auf den Weg. Ich lieh mir gegenüber vom Hostel einen E-Roller aus und brauste einfach mal drauf los. Geil das Teil. Bin dann ein bisschen durch die Gegend gegurgt, hab mich treiben lassen und hielt dann bei einer großen Pagode an, auf der sich schon eine recht große Menschenmenge versammelt hatte.
Menschenmenge ist zwar generell nicht so geil, aber für den Einstieg war mir das lieber als nach Sonnenuntergang auf einer einsamen Pagode mitten in Bagan zu stehen. Also hoch da, Kamera gezückt und den wunderschönen Sonnenuntergang auf der einen Seite und den Aufgang des Supermoons wenig später auf der anderen Seite beobachtet. Großartig.

Im Dunkeln ging es dann zurück zum Hostel und mit Douglas, der coolerweise auch Vegetarier ist, zum vegetarischen "Moon" Restaurant. Das Essen war ein Gedicht! Und das Restaurant total schön. Absoluter Tipp falls jemand von euch es mal nach Bagan schaffen sollte. Wohlgespeist fielen wir dann Todmüde ins Bettchen.... um ein paar Stunden später, mitten in der Nacht, schon wieder aufzustehen und gemeinsam mit dem E-Bike einen Sonnenaufgangbeobachtungstempel zu suchen. Im Dunkeln holperten wir die staubigen Pisten entlang und an einigen Stellen versanken wir in riesigen Matschpfützen. Als sich schon ein heller Streifen am Horizont zeigte stiegen wir dann hoch auf die ausgewählte Pogoda. Perfekte Sicht auf die Umgebung.
Der Sonnenaufgang war noch viel beeindruckender als der Sonnenuntergang ein paar Stunden zuvor. Und gegen 6 Uhr tauchten dann auch die erwarteten Heißluftballons am Horizont auf und machten das Bild "Sonnenaufgang über Bagan" perfekt.

Danach ging es dann auf große Bagan Entdeckungstour und wir klapperten einen Tempel nach dem anderen ab. Abenteuer pur und mit dem E-Bike mega geil. Eigentlich wollten wir zu einem bestimmten Tempel, aber auf dem Weg dort hin kamen wir einfach an sooo vielen anderen vorbei, die wir einfach nicht links liegen lassen konnten und kamen so nur sehr langsam voran.
Am Nachmittag hatten wir dann aber irgendwann beide einen Durchhänger, bisschen Temple-overload, unsere Körper waren mit einem Gemisch aus Sonnencreme, Schweiß und viel Staub bedeckt und wir machten uns auf den Rückweg. Für mich ging es nach einer erfrischenden Dusche auch schon bald weiter zum nächsten Sonnenuntergang gucken, diesmal auf dem Irrawaddy River mit einer Backpackergruppe, organisiert vom Hostel...
... Das lustigste bei dieser Tour war eine der Hostel-Angestellten zu beobachten, wie sie ungelogen bestimmt 50 Selfies in verschiedenen Posen machte.

Der Tempel Mount Popa in der Nähe von Bagan wurde nächsten Tag bestiegen, bevor es  am Abend mit dem Bus weiter nach Mandalay ging. An einer Raststätte angehalten, wolle ich wieder in den Bus einsteigen. Ich hatte den Sitz direkt ganz vorne am Eingang. Aber da saß schon jemand. Ein Mönch! Hat der Mönch meinen Platz geklaut? Wunderte ich mich. Der Mönch hat wahrscheinlich an meinem Gesichtsausdruck genau lesen können, was ich dachte und zeigte nur auf den Nachbarbus und grinste.

Kurz vor Ankunft in Mandalay fuhren wir durch einen Verkehrsunfall. Ich sah aus dem Fenster und sah einen jungen Mann auf der Straße liegen, neben nem Roller und eine großen Menschenmenge drumherum. Ich konnte nicht lange hinsehen und blickte schnell zur anderen Seite. Da lag drei Meter neben dem Fenster noch ein junger Mann auf der Straße. Und keiner war bei ihm, niemand schien ihn zu beachten. Ich denke er war bereits tot.

 

Big city life. Welcome to Mandalay.

 

 

 

Douglas Pics

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